
Medizinische und pflegerische Leistungserbringer, Versicherer, Lieferanten unterstützender Produkte und Dienstleistungen, Informations-, Technologie- und Logistikanbieter bilden, beeinflusst von politischen und administrativen Regulatoren, die Leistungsnetzwerke des schweizerischen Gesundheitssystems. Diese Netzwerke werden sich in Zukunft aufgrund verschiedenster Einflüsse stark wandeln. Sich verändernde politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen (z. B. Individualisierung, Anspruchshaltung, Mobilität, Alterung und Ethik), neue medizinische Behandlungsansätze und technologische Neuerungen führen zu Leistungserweiterungen, aus denen wirtschaftliche Herausforderungen entstehen werden. Es gilt, Ansätze zu finden, um diese Anforderungen zu erfüllen.
Die Erschliessung der Integrations- und Optimierungspotenziale durch die Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnik bringt fundamental neue Möglichkeiten für die Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen. Neue Modelle der Arbeitsteilung, Organisation und Verbundbildung werden damit möglich. Diese werden dazu geeignet sein, auf Kostenstrukturen, Qualitätsmanagement usw. positiven Einfluss zu nehmen. Die Nutzung solcher Potenziale erfordert jedoch die Anpassung aller Beteiligten in diesen Leistungsnetzwerken. Der Transformationsprozess des Gesundheitswesens ins Informationszeitalter (E-Health) stellt eine grosse Herausforderung dar. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf mehrere anspruchsvolle Handlungsfelder wie z. B. Leistungsdefinition (und deren Verhandlung), Leistungserstellung und Qualitätssicherung (Prozesse), Leistungserfassung und Leistungsberechnung (Informationsverarbeitung). Gesucht sind Methoden und Modelle zur Unterstützung des Transformationsprozesses des Gesundheitswesens. Dabei kann von Erfahrungen aus anderen Branchen profitiert werden, die vor ähnlich grossen Transformationsaufgaben standen.
Das Gesundheitswesen steht durch die sich wandelnden gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie neue technische Möglichkeiten vor grossen Herausforderungen. Das Kompetenzzentrum "Health Network Engineering" (CC HNE) am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen (IWI-HSG) befasst sich mit der Frage, wie diesen Herausforderungen durch die Vernetzung der Akteure des Gesundheitswe
begegnet werden kann.
Das CC HNE leistet zudem einen Beitrag zur Erschliessung der Vernetzungspotenziale des Gesundheitswesens insgesamt. Dafür wird innovative und praxisrelevante Hintergrundarbeit wie die Ausrichtung von Veranstaltungen, an denen sich die Akteure des Gesundheitswesens austauschen können, die Erstellung von Gutachten, die Unterstützung der Grundlagenforschung sowie der Austausch mit bestehenden Forschungsgruppen im In- und Ausland usw. geleistet.